Samstag, 26. Mai 2012

2012 Mangalore - 19. bis 21. Mai 2012


2012
Mittlerweile bin ich eine Woche in Indien. Das vielfältige Programm und technische Schwierigkeiten haben das Bloggen nicht gerade einfach gemacht.
Ich gebe einen Überblick, was bisher war und schreibe Einzelheiten (= neue Blogs) falls es die Umstände erlauben:

Samstag, 19. Mai: Nach der Laudes nehmen mich P. Pius und Br. Baptist mit zu den Karmelitinnen gegenüber Mullers Hospital, in Mangalore. Wir feiern dort Hl. Messe in Englischer Sprache. Anschließend gibt es fürstliches Frühstück. Die beiden Mitbrüder verabschieden während ich mit den Karmelitinnen im Sprechzimmer Rekreation halten darf.... und jetzt wäre ein eigener Blog dran...
Nach dem Gespräch mit den Schwestern darf ich noch ein paar Fotos machen, die ich gelegentlich den österreichischen Mitschwestern zeigen werde.

Sr. Suneetha, eine Helper of Mount Rosary (HMR), die dreieinhalb Jahre in Linz war, holt mich bei den Karmelitinnen ab und zeigt mir Mullers Hospital, im besonderen jene Bereiche, wo ihre Mitschwestern arbeiten. In Mullers Hospital ist auch Mittagessen.
Anschließend besuchen wir eine Außenstation von Mullers Hospital, wo der Bruder von P. Pius, ebenfalls ein Priester, Chef ist. Dort werden homöopathische Medikamente hergestellt. Ich interessiere mich zwar nicht für Homöopathie und begreife nicht, warum ich gerade dorthin gebracht worden bin, nehme aber die Gelegenheit war und konfrontiere ihn mit meiner Beobachtung, dass ich bei uns einen gewissen Generalverdacht wahrnehme, Homöopathie sei esoterisch bzw. vom Teufel. Nicht zuletzt wird diese Meinung auch durch indische Priester bei uns verbreitet. Wilfred hält dagegen eine mehr als hundertjährige, erfolgreiche Tradition und dass diese Art der Medizin wissenschaftlich entwickelt wird. Er hat durchaus Verständnis, dass Homöopathie in Europa teilweise wenig Anerkennung findet und die Ärzte zumeist einen anderen Zugang zur Behandlung von Krankheiten wählen.
Weiters frage ich ihn warum er als Priester diese Einrichtung leite; in Europa konzentrieren wir uns auf die pastorale Kernkompetenz und lassen solche Einrichtungen, auch wenn sie der Diözese gehören würden, von Laien verwalten. Die Kirche in Indien, so erklärt er mir, hat als ganz kleine Einheit wenig Zugang zum Großteil der Bevölkerung. Zugang bekommt sie, wenn sie sozial aktiv ist und durch medizinische oder edukative Angebote (Spitäler, Schulen) besonders sozial Schwachen eine Hilfe ist. Das macht für mich auch die Unternehmungen der Mount Rosary Schwestern, wie auch jene meiner Mitbrüder besser verständlich.

Anschließend führt mich Sr. Suneetha zu ihrer Niederlassung ebenfalls in Mangalore. Jetzt wäre gut ein paar Fotos herzuzeigen, in welchen Umständen Ordensleben auch möglich ist. Der heruntergekommene Zustand der Behausung lässt mich verstehen, dass die Schwestern dieses Haus nur vorübergehend gemietet haben und Ausschau nach anderen Möglichkeiten halten.

Am Abend bin ich wieder in unserem Kloster beim Infant Jesus Śhrine.

Am Sonntag konzelebriere ich in der Hl. Messe um 7.15 Uhr. Die Messe ist in Konkani und sehr gut besucht.
Heute nimmt mich Sr. Suneetha mit zu ihrer Familie. Unweit davon der Pilgerort des hl. Joseph Vas, dem wir einen Besuch abstatten.
Anschließend fahren wir zum Heimatort des verstorbenen P. Thomas Baretto. In jenem Haus, wo P. Thomas viel Zeit während seiner Heimaturlaube verbracht hat, leben ein Bruder und dessen Frau, sowie die Witwe eines weiteren bereits verstorbenen Bruders und deren beide Söhne. Blumen um das Anwesen lassen Spuren von P. Thomas auch dort erkennen.

Am Montag besuchen Sr. Suneetha und ich das Kloster Ryshivana unserer Mitbrüder. Es ist am Stadtrand von Mangalore sehr schön gelegen und ein sehr gut ausgebuchtes Exerzitienhaus. Es wird von P. John Sequeria geleitet, der früher ein Jahr in der österreichischen Karmelprovinz verbracht hat. Dann fahren wir zur Familie von Sr. Flossy HMR, die zur Linzer Klostergemeinschaft gehört. Sie leben am Fluss im Mangalore und wir bekommen sehr guten Fisch zum Mittagessen. Anschließend besuchen wir die Mutter von Sr. Diana (ebenfalls HMR Linz), sowie Reshma und Reka, die mich bereits am Flughafen in Mangalore begrüßt haben.
Die Mutter von Sr. Diana ist ziemlich leidend. Wir machen Fotos und beten für sie. Die 27 jährige Nichte von Sr. Diana, Reshma erzählt uns ihre Leidens- und Auferstehungsgeschichte, die ein eigener Blog sein sollte: Fieber → Medikament mit Nebenwirkung → Versagen beider Nieren und Dialysepatient, → Suizid des Vaters, wegen der scheinbaren Aussichtslosigkeit → und schließlich, dass doch eine Transplantation möglich und erfolgreich war und sie bald wird wieder arbeiten können.

Am späten Nachmittag werde ich nach Mount Rosary im Ort Alangar bei Moodbidri gebracht und feierlich empfangen.  

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